Dr. Arnd RollerFacharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Dr. Rainer RoserFacharzt für Orthopädie, Rheumatologe
Dr. Sven TraebertFacharzt für Neurochirurgie
Dr. Jan VidalFacharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie / Chirurgie

Injektionstherapien an der Wirbelsäule

 

Sie vom Schmerz zu befreien – das ist das primäre Ziel aller Injektionsbehandlungen an der Wirbelsäule. Idealerweise lässt sich das mit der Bekämpfung der Ursache verbinden, oft steht die Bekämpfung der Symptome im Vordergrund. Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten Injektionstherapien vor, die wir für geplagte Rücken anbieten.

Lokale Injektionen
Mit Spritzen können wir Schmerzen effektiv bekämpfen. Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe stimmen wir mit Ihnen ab. Das können sein: 

  • entzündungshemmende Medikamente,
  • Medikamente mit abschwellender Wirkung,
  • schmerzstillende Medikamente,
  • Cortison,
  • homöopathische Medikamente,
  • CO2 (vgl. "CO2 gegen Schmerzen").

Wir spritzen möglichst immer an den Ort, wo die Entstehung des Schmerzes diagnostiziert wurde:

  • neben die Wirbelkörper (paravertebral),
  • zwischen die Dornfortsätze (interspinös),
  • in die Kreuz-Darmbein-Gelenke (ileosakral),
  • in die Wirbelgelenke (Facetten).

Injektionen werden auch eingesetzt, um Schmerzen nach Operationen zu bekämpfen. Oder um Voraussetzungen für Operationen zu schaffen, zum Beispiel mit der gezielten Wurzelinfiltration (PDA).

Manche Injektionsbehandlungen führen wir unter Röntgenaufsicht durch.

CO2 gegen Schmerzen
Bei der CO2-Gas-Insufflation spritzen wir mit einer schmalen Kanüle medizinisch reines CO2 unter die Haut. Damit entsteht in einem bestimmten Bereich eine erhöhte Konzentration dieses Stoffwechselproduktes, und er wird stärker durchblutet. So können auch tief liegende schmerzauslösende Stoffe beseitigt werden und Entzündungen schneller abklingen.

Sie spüren während der Einspritzung ein leichtes Brennen, das aber sofort einem wohltuenden Wärmegefühl Platz macht. Das injizierte CO2 wird an Zell- und Bluteiweiß gebunden, mit dem Blutstrom zur Lunge transportiert und dort ausgeatmet.

Nebenwirkungen treten nicht auf, da es sich bei CO2 um einen körpereigenen und somit natürlichen Stoff handelt, bei dem wir bloß die Änderung der Konzentration zur Behandlung nutzen.

Wir setzen diese Schmerztherapie nicht nur am Rücken, sondern auch bei Verspannungen und Entzündungen an anderen Stellen des Bewegungsapparates ein.

Verödung der Facetten
Facetten nennt man die kleinen Wirbelgelenke. Sind sie abgenutzt, kommt es oft zu entzündlichen Veränderungen an der Wirbelsäule, zu Arthrose. Muskelverspannungen, Schonhaltungen und der typische Kreuzschmerz sind die Folge. Wir bezeichnen es als das Facettensyndrom.

Zuerst behandeln wir es mit Medikamenten, lokalen Injektionen und Physiotherapie. Ist die Wirkung nicht zufriedenstellend, besteht die Möglichkeit der Verödung der Facetten, auch Facettendenervation (TRT) genannt. Damit machen wir die Nerven, welche den Schmerz weiterleiten, unempfindlich. Es handelt sich also um eine symptomatische Therapie – die Ursache für die Schmerzen wird nicht behandelt.

Es gibt verschiedene Methoden der Verödung: chemisch, mit Vereisung oder mit Strom. In unserer Orthopädie-Praxis wird Letzteres angewendet, die so genannte Thermokoagulation. Unter Röntgenkontrolle platzieren wir dabei eine Kanüle am Nerv, führen eine Elektrode ein und erzeugen mit Strom eine lokale Erwärmung auf 80 Grad. Diese wird über 90 Sekunden gehalten, bis der Nerv verödet ist. Das führen wir an 6–8 verschiedenen Stellen durch.

Die Wirkung von TRT hält zirka 6 Monate bis 2 Jahre an. Ein Dauereffekt ist leider nur selten zu erreichen, da nach der Verödung seitlich des Nervs meist neue "Ästchen" sprießen. Das Verfahren kann jedoch wiederholt werden, und manchmal bildet sich dann eine Narbe um die Nerven, die ein neues Sprießen verhindert.

Injektionen mit Computertomographie
Liegt ein Bandscheibenvorfall vor, sind die Nervenwurzeln gedrückt und gereizt. Bei der Periradikulären Therapie (PRT) setzen wir mithilfe der Computertomographie (CT) Injektionen genau an die Nervenwurzel. Diese betäuben die Nerven kurzzeitig, führen zu einer Abschwellung und schwächen die Entzündung ab. 

Wir führen die Injektionen zuerst 3-mal durch, im Abstand von 1–2 Wochen. Meist ist schnell eine Besserung spürbar. Sind die Schmerzen danach noch nicht ganz verschwunden, wiederholen wir die Therapie 1–3 weitere Male.

Die PRT beseitigt den Bandscheibenvorfall nicht. Sie bekämpft die Schmerzen und gibt dem Körper Zeit, den Vorfall selbst abzubauen. Schafft er das innerhalb von 6–12 Wochen nicht, steigt das Risiko, dass die Beschwerden chronisch wiederkehren. In diesem Fall denken wir zusammen mit Ihnen über eine minimalinvasive Operation des Bandscheibenvorfalls nach.

Nebenwirkungen?
Es handelt sich um risikoarme Anwendungen. Über mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Injektionsbehandlungen werden wir Sie umfassend aufklären.